Kommunionhelfer

Beim Bau des Domes in Freiburg wurden drei Steinmetze nach ihrer Arbeit gefragt:

  • Der erste antwortete: „Ich behaue Steine.“

  • Der zweite entgegnete: „Ich verdiene Geld.“

  • Der dritte überlegte und sagte: „Ich baue am Dom.“

 Solche Antworten könnte auch ein/e Kommunionhelfer/in geben:

  • Ich teile die Kommunion aus.“

  • Ich tue, was der Pfarrer von mir wünscht.“

  • Ich reiche im Brot Christus unser Licht.“

Der Dienst der Kommunionhelfer/innen ist eng verbunden mit der Feier der Eucharistie. Gerade die Feier der Eucharistie ist höchster Ausdruck dessen, was Kirche ist: das Volk Gottes, das zusammengerufen ist und in dessen Mitte der Herr des Lebens selber gegenwärtig ist im Gedächtnis seines Leidens und Sterbens und seiner Auferstehung.

Die Austeilung der Kommunion ist zwar erste und ursprüngliche Aufgabe des Priesters. Beim Austeilen der Eucharistie sind aber seit Alters her immer auch zusätzliche Helfer eingesetzt worden.

In der Urkirche war es Brauch, den Gläubigen (Laien) das eucharistische Brot mitzugeben, damit sie an eucharistiefreien Tagen den Leib Christi selbst empfangen oder auch zu den Kranken und Gefangenen bringen konnten.

Später allerdings waren nur Priester und Diakone die ordentlichen Spender der Eucharistie.

Das 2. Vatikanische Konzil hat den häufigen Kommunionempfang wieder empfohlen. Da die Zahl der Priester stetig abnahm, war es naheliegend, an Laien zu denken, die die Kommunion austeilen.

Im Schreiben ,,Immense Caritatis“ (29.01.1973) wurde der Dienst der Kommunionhelfer/innen endgültig eingeführt, obwohl es schon vorher Kommunionhelfer/innen gab.

1987 wurde bestätigt, dass die Kommunionhelfer/innen einen außerordentlichen Dienst ausüben.

Aufgaben der Kommunionhelfer/innen:

  • Der Dienst im Rahmen der Eucharistiefeier. Dieser Dienst ist der, der am häufigsten ausgeübt wird.
  • Der Dienst in der Alten- und Krankenseelsorge: Es ist sehr sinnvoll, den Kranken regelmäßig die Kommunion zu bringen. Bereits Justinus berichtet um die Mitte des 2. Jh., dass das heilige Brot den abwesenden Mitgliedern der Gemeinde gebracht wurde.

  • Der Dienst bei eucharistischen Andachten: Findet eine eucharistischen Andacht ohne Priester oder Diakon unter der Leitung eines Laien statt, kann ein/e beauftragte/r Kommunionhelfer/in die Aussetzung und Einsetzung des Allerheiligsten vornehmen. Der eucharistische Segen entfällt allerdings.

  • Der Dienst bei Fronleichnamsprozessionen: Wenn ein älterer Priester nicht in der Lage ist, die Monstranz den ganzen Prozessionsweg selbst zu tragen und auch kein Diakon anwesend ist, dann kann ein/e Kommunionhelfer/in herangezogen werden, die Monstranz zu tragen.

  • Auflegen der Asche am Aschermittwoch: Kommunionhelfer/innen können beim Auflegen der bereits gesegneten Asche am Aschermittwoch mithelfen.

In der Pfarrei St. Michael in Brixen üben ungefähr 20 bis 25 Kommunionhelfer/innen den Dienst aus.

Lektoren

Beim Propheten Jesaja heißt es: „Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel füllt und nicht dorthin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt und sie zum Keimen und Sprossen bringt, wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe“.

 (Jes 55,10-11)

Der Lektorendienst ist sehr alt. Schon bei den Römern mussten lesekundige Sklaven bei den Mahlzeiten vorlesen.

Im jüdischen Gottesdienst gibt es auch schon den Dienst des Lektors, der gelegentlich aus der Heiligen Schrift vorlas. (z.B. Der 12-jährige Jesus im Tempel)

Aus geschichtlichen Quellen wissen wir, dass es den Dienst des Lektors schon im 2. Jahrhundert nach Christus gegeben hat. Dies bezeugen unter anderem die Schriften des Hl. Justin.

Im Mittelalter wurden Knaben zum Lektorendienst herangezogen, die auf dem Weg zum Priestertum waren.

Die Mainzer Synode von 1310 verlangt, dass der Priester nicht ohne Helfer zelebrieren soll. Es genügt die Mitwirkung eines vertrauenswürdigen Laien, der lesen und singen kann.

Das 2. Vatikanische Konzil hat die Mitarbeit der Laien beim Gottesdienst wieder stark aufgewertet. Begründet wurde dies durch die Taufe und das allgemeine Priestertum, das ja alle Menschen haben. Dadurch bekam der Lektor wieder eine besondere Bedeutung.

Nun wurden auch Frauen zum Lektorendienst zugelassen.

Der Lektor hat in der Eucharistiefeier eine eigene Aufgabe“ – mit diesen Worten weist die pastorale Einführung in das Messlektionar auf einen wichtigen Dienst hin, der für die Feier des Wortgottesdienstes von großer Bedeutung ist. Durch ihren Dienst nehmen die Lektoren/innen am Verkündigungsauftrag der Kirche teil. Sie leihen ihre Stimme dem lebendigen Gott, der durch ihren Mund zu den Menschen spricht.

Papst, Bischöfe und Priester werden wie die ganze Gemeinde zu Hörende, sie setzen sich, wenn der/die Lektor/in das Wort Gottes vorträgt.

Der Lektorendienst ist somit ein eigenständiger kirchlicher Dienst. Er/sie trägt die Lesung vor, spricht die Fürbitten und kann eventuell auch kurze Hinweise geben. (z.B. Einleitung zu den Lesungen, Zwischengesang oder meditative Texte nach der Kommunion).

In der Pfarrei St. Michael in Brixen verrichten ungefähr 30 Lektoren/innen ihren Dienst.

 

Interessante Links für Lektoren:

Tiroler Bibelkurs (Kloster Neustift)
https://www.kloster-neustift.it/kurs/tiroler-bibelkurs-8/

 

Informationen der Diözese Bozen Brixen
Seelsorgeamt
Linkssammlung der Diözese
Aktuelles

 

Wo finde ich die Lesungen?
http://dli.institute/wp/praxis/tages-lesungen/
http://www.erzabtei-beuron.de/schott/index.php

 

Hier die Lesungen mit den Anmerkungen für Lektoren:
https://www.bibelwerk.de/home/sonntagslesungen

 

Hier ein Link, wo es beim jeweiligen Lesungstext ein Audio zum Hören gibt:
http://www.engagiert-online.de/page.php?id=108