Beim Propheten Jesaja heißt es: „Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel füllt und nicht dorthin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt und sie zum Keimen und Sprossen bringt, wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe“.

 (Jes 55,10-11)

 

Der Lektorendienst ist sehr alt. Schon bei den Römern mussten lesekundige Sklaven bei den Mahlzeiten vorlesen.

Im jüdischen Gottesdienst gibt es auch schon den Dienst des Lektors, der gelegentlich aus der Heiligen Schrift vorlas. (z.B. Der 12-jährige Jesus im Tempel)

Aus geschichtlichen Quellen wissen wir, dass es den Dienst des Lektors schon im 2. Jahrhundert nach Christus gegeben hat. Dies bezeugen unter anderem die Schriften des Hl. Justin.

Im Mittelalter wurden Knaben zum Lektorendienst herangezogen, die auf dem Weg zum Priestertum waren.

Die Mainzer Synode von 1310 verlangt, dass der Priester nicht ohne Helfer zelebrieren soll. Es genügt die Mitwirkung eines vertrauenswürdigen Laien, der lesen und singen kann.

Das 2. Vatikanische Konzil hat die Mitarbeit der Laien beim Gottesdienst wieder stark aufgewertet. Begründet wurde dies durch die Taufe und das allgemeine Priestertum, das ja alle Menschen haben. Dadurch bekam der Lektor wieder eine besondere Bedeutung.

Nun wurden auch Frauen zum Lektorendienst zugelassen.

 

Der Lektor hat in der Eucharistiefeier eine eigene Aufgabe“ - mit diesen Worten weist die pastorale Einführung in das Messlektionar auf einen wichtigen Dienst hin, der für die Feier des Wortgottesdienstes von großer Bedeutung ist. Durch ihren Dienst nehmen die Lektoren/innen am Verkündigungsauftrag der Kirche teil. Sie leihen ihre Stimme dem lebendigen Gott, der durch ihren Mund zu den Menschen spricht.

Papst, Bischöfe und Priester werden wie die ganze Gemeinde zu Hörende, sie setzen sich, wenn der/die Lektor/in das Wort Gottes vorträgt.

Der Lektorendienst ist somit ein eigenständiger kirchlicher Dienst. Er/sie trägt die Lesung vor, spricht die Fürbitten und kann eventuell auch kurze Hinweise geben. (z.B. Einleitung zu den Lesungen, Zwischengesang oder meditative Texte nach der Kommunion).

 

In der Pfarrei St. Michael in Brixen verrichten ungefähr 30 Lektoren/innen ihren Dienst.