Liebe Pfarrgemeinde,

Bequemer ist es, gegenüber den Flüchtlingen Abschottung zu fordern statt Menschlichkeit. „Hauptsache, sie bleiben weit weg von mir!“
Bequemer ist es, zum Referendum kommende Woche zu sagen: „Was interessiert mich das Meer? Sollen sie doch weiter in Küstennähe nach Öl bohren! Wird schon nichts passieren.“ Bequemer ist es, den Zigarettenstummel oder die Getränkedose einfach auf dem Boden zu werfen, anstatt zehn Meter zum nächsten Mülleimer zu gehen.
Bequemer ist es. Aber deswegen noch lange nicht richtig.

Bequemer ist es, in den eigenen Lebensentscheidungen nicht zu fragen wie Gott darüber denkt, sondern den Weg zu wählen, der gerade am leichtesten ist.
Bequemer ist es, den eigenen Glauben für sich zu behalten, um ja nicht bei irgendjemandem Anstoß zu erregen.
Bequemer als sich selbst zu hinterfragen ist es, der Gesellschaft, der Kirche, den Mitchristen oder dem allgemeinen Glaubensverfall die Schuld zu geben.
Bequem ist es. Aber deswegen noch lange nicht gut.

Jesus hat uns nicht versprochen, dass es bequem wird (siehe Mk 13,9) für uns Christen. Er hat nicht gesagt, dass er den angenehmsten Weg anzubieten hat (siehe Mt 7,14). Aber er hat uns versprochen, dass wir „das Leben haben und es in Fülle haben“ sollen. (Joh 10,10). Dazu hat er uns seinen Heiligen Geist gesandt. Er rüttelt auf, drängt dazu, das Bessere dem Leichteren vorzuziehen. Und 90 Jugendliche werden am 17. April mit diesem Heiligen Geist besiegelt werden. Beten wir für sie um das Feuer des Heiligen Geistes. Und beten wir darum, dass es auch in uns neu aufflammt. Damit wir mutig Zeugnis geben. Damit wir entschieden Christus nachfolgen. Damit wir uns nicht durch Bequemlichkeit das Leben in Fülle verderben lassen.

Kooperator Josef Augsten