b_0_380_16777215_00_images_Geistliche_leo_munter.jpgLeo Munter, das war für viele Brixner der Pfarrer ihrer Kindheit und Jugend. Seit 1989 war er in in unserer Pfarrei, das heißt für meine Generation, die in den 80er- und frühen 90er-Jahren Geborenen: Eigentlich war er immer da, er war für uns einfach nur „der Dekan“. Dass ihm die Kinder- und Jugendpastoral besonders wichtig war, ist ein Gemeinplatz; dass er sie auf eine Art betrieben hat, die auch Menschen begeistert hat, die nicht leicht zu begeistern sind, mit Humor, ohne anbiedernd sein zu wollen, mit Menschlichkeit, die nie ins Sentimentale abgedriftet ist, gerade heraus und ehrlich, das hat ihn ausgezeichnet.

Dekan Munter ist verantwortlich dafür, dass Kirche für mich und viele andere bis weit ins Erwachsenenalter, trotz manch späterer Enttäuschung, immer noch etwas ist, mit dem wir uns identifizieren und wo wir uns daheim fühlen. Es gibt kaum einen Begriff, der abgedroschener ist als der von der beeindruckenden Priesterpersönlichkeit; für Leo Munter passt er.

Vor dem Tod hat er keine Angst gehabt. Diese Freiheit von Angst lag in seinem tiefen Glauben begründet, das Sterben war für ihn ganz selbstverständlich kein Ende, sondern ein Übergang in die Gemeinschaft mit Gott. Solange er da war, stand er aber mit beiden Füßen fest auf der Erde; als ich vor nicht allzu langer Zeit mit ihm einen Kaffee getrunken habe, hat er das in seiner typischen Art zum Ausdruck gebracht: „Mir wars jo wurscht, wenn i stirb, ober in die ondern holt net!“ Da hatte er Recht. Am vergagngenen Sonntag ist Leo Munter im Alter von 84 Jahren verstorben. Er fehlt.

Markus Debertol